Lass dich triggern!

"Ich geh mal raus, um etwas zu fotografieren"

Sonntagmorgen, die Sonne scheint, es ist angenehm warm, du erinnerst dich an deine Kamera im Schrank. Die beste Gelegenheit also, um rauszugehen und ein paar Bilder zu machen, mit der Kamera noch etwas vertrauter zu werden oder dein Fotografie-Wissen zu reaktivieren.


Die Wahrscheinlichkeit ist recht gross, dass du gegen Mittag nach Hause zurückkommst, leicht frustriert, weil dir das WOW-Motiv nicht begegnet ist. Und die gemachten Bilder rufen auch nicht gerade danach, gedruckt und an die Wand gehängt zu werden. Ausser du bist so talentiert oder als (Halb-) Profi unterwegs, dass dir beinahe jedes Bild gelingt. Aber dann liest du garantiert diesen Blog nicht.
 

Eine persönliche Erfahrung

Ja, man kann beim Fotografieren in den Flow kommen und begeistert von einer Fototour nach Hause zurückkehren. Aber hinter solchen Momenten stehen meist Planung und Vorbereitung, das gezielte Umsetzen von Foto-Ideen und (neuen) Fototechniken, das Fortführen eines Foto-Projekts, ... Wer sich die Kamera schnappt und bereits mit einer Idee im Kopf nach draussen geht, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit eher mit einigen gelungenen Bildern nach Hause kommen.

 

In der Stadt unterwegs mit dem (Streetfotografie-) Trigger "Treppen / Stufen" (Bild 1/3)

    

Spontaneität versus ein gewisses Mass an Planung

Wenn du mit etwas Planung und fokussierten Vorgehen gar nichts am Hut hast und voll darauf vertraust, dass schon irgend ein Motiv auftaucht, dann ist dieser Spotlight-Artikel nichts für dich. Wenn du aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen willst, mit dem einen oder andern guten Bild nach Hause zu kommen, dann lies hier weiter. Denn mit ein paar wenigen Kniffs steigerst du deine Erfolgschancen auf deiner Fototour für 1, 2, … gute Bilder enorm. 

 

Tipps für das Fotografieren mit Triggern

  • Arbeite an deiner Wahrnehmung. Nicht umsonst heisst SWG Sehen – Wahrnehmen – Gestalten. Beim bewussten Wahrnehmen nehmen wir das Gesehene auf, selektieren und verarbeiten es. Daraus entsteht die Idee für ein mögliches Bild. Am Anfang des fotografischen Wahrnehmens steht die bewusste Selektion aus der Vielfalt der visuellen Eindrücke, die auf uns einwirken. Gerade zu Beginn wirst du umso erfolgreicher unterwegs sein, umso mehr du selektierst. Es braucht Mut und Selbstdisziplin, sich auf einer Fototour auf 1, 2 Trigger zu beschränken. Trigger sind Auslöser, die deine Bildideen spriessen lassen. Leg dir eine Sammlung von Triggern an und geh mit maximal 2, 3 Triggern auf deine Fototour. Noch besser, gehe mit einem einzogen Trigger los.
      
  • Trigger lenken deinen Fokus. Sie führen dich vom Sehen zum Wahrnehmen. Egal, auf welchem Level du fotografierst, lass dich immer wieder mal auf eine Trigger-Tour ein. Es lohnt sich. 

  • Wähle zu Beginn einfache Trigger, schon davon gibt es Dutzende: Eine zentrale Farbe, senkrechte Linien, Parkverbotsschilder, Fenster (oder Türen oder Strassenlampen oder …), Leute mit Smartphones (oder Hüten oder Schirmen oder mit weisser Kleidung oder lesend oder …), Füsse auf Treppen (oder Hände, die etwas halten oder …), Landschaften ohne Horizont, Bäume am Bildrand in der Hälfte abgeschnitten, nur Schatten, Spiegelungen, symmetrische Situationen, Silhouetten, Mensch-Tier-Interaktionen, … Die Liste ist endlos. Aber: Entscheide dich, bevor du losgehst. Und dann bleibe dabei.

In der Stadt unterwegs mit dem (Streetfotografie-) Trigger "Treppen / Stufen" (Bild 2/3)

    

  • Lege dir eine Sammlung von Triggern an, die dich anspringen: Im Alltag, auf Bildern, die dir gefallen, … Verwende Trigger, die dich ansprechen, mehrmals und erstelle damit kleine Fotoserien. Führe eine Triggerliste in deinem Fotonotizbuch oder auf deinem Smartphone. Mit der Zeit können Trigger auch etwas abstrakter und komplexer werden: Das Unscheinbare, das oft Übersehene, … Oder sich von Motiven auf fotografiespezifische Thematiken verlagern: Froschperspektive, so viel Leerraum (Negative Spoace) wie möglich, …
      
  • Dein Zug hat Verspätung? Die Türöffnung ist erst in 30 Minuten? Nimm einen Trigger, der dich gerade anspringt, und geh mit dem Smartphone (oder der Immer-dabei-Kamera) los. Du wirst sofort nicht mehr das Gefühl haben; Zeit durch das Rumtippen auf deinem Smartphone tot schlagen zu müssen.
      
  • Und zum Schluss eine Warnung: Es ist schwieriger als man denkt, seinen Fokus auf 1, 2 Trigger zu setzen und sich nicht ablenken zu lassen. Drum: Auch wenn es manchmal schwerfällt, bleibe bei deinen Triggern und lass dich nicht ablenken. Es lohnt sich!
       

In der Stadt unterwegs mit dem (Streetfotografie-) Trigger "Treppen / Stufen" (Bild 3/3)

    

Street-Fotografie: @helifo_street

Copyright © 2026 HeLiFo
Kontakt: [email protected]

Natur-Fotografie: @helifo_natur