Die Streetfotografie boomt. Seit ein paar Jahren entstehen im deutschen Sprachraum immer mehr Streetkollektive, Street-Blogs, Street-YouTube-Kanäle. Ausstellungen und Bildbände zur Streetfotografie nehmen den Trend auf.
Meine Erklärung dafür: Die Streetfotografie führt uns zurück zu den Wurzeln der Fotografie. Eine kleine Kamera, ein Objektiv, in der Regel eine einzige Festbrennweite, oft Bilder in Schwarzweiss, ein analoger Bild-Look, ...
Trotz des grossen Interesses: Viele sind zwar fasziniert von der Idee "Streetfotografie", scheuen sich aber, einfach raus auf die Strasse zu gehen und zu fotografieren. Wie gelingt mir Einstieg? Wie komme ich zu meinen ersten Streetbildern? Was sind überhaupt "echte" Streetbilder?
Die Grundregeln der Streetfotografie lassen sich in einer einfachen Formel zusammenfassen: UHU!
- U - urban: Fotografiere in einer urbanen Umgebung (ja, die gibt es durchaus auch auf dem Dorf).
- H - human: Streetfotografie zeigt immer den Mensch im Alltag oder die Spuren seines Wirkens (er muss also nicht zwingend selber im Bild erscheinen).
- U - ungestellt (unposed): In der der Streetfotografie wird nichts arrangiert, Jeder Augernblick ist einmalig, ungestellt, spontan.
UHU - urban, human, unposed - das ist Streefotografie. Bahnhöfe sind ein pwerfektes Übungsfeld.
Für die ersten Streetbilder reicht es, sein leichtestes Kamera-Equipment zu packen (das kann auch das Smartphone sein) und raus auf die Strasse zu gehen. Mit dem UHU im Kopf richtet sich dein Fokus auf den Kern, der die Streetfotografie ausmacht. Natürlich wirst du dank UHU nicht in 1, 2 Stunden zum begnadeten Streetfotgrafen oder zur perfekten Streetfotografin. Aber du findest heraus, ob die Streetfotografie etwas für dich ist. Und die folgenden Tipps erleichtern dir den Einstieg in die Streetfotografie nach dem UHU-Prinzip:
- Nutze leichtes Equipment, kein Stativ, kein Fotorucksack, an der leichten Kamera nur eine Handschlaufe.
- 50mm (auf das Kleinformat umgerechnet) ist eine ideale Brennweite für den Einstieg.
- Fotografiere zum Einstieg mit der Halbautomatik (wenn dir das was sagt), bei der du die Verschlusszeit auf mindestens 1/125" einstellst. Dadurch vermeidest du den Wischeffekt bei Menschen in Bewegung.
- Du willst den Streetlook betonen? Dann stell doch deine Kamera auf Schwarzweiss.
Natürlich gäbe es noch 100 weitere Tipps. Aber viel wichtiger: Erst mal die Kamera packen, raus gehen und Streetfotografie ausprobieren.
Und was sucht der UHU an der Haltestelle? Haltestellen von Bussen, Trams, ..., aber auch Bahnhöfe sind ideale urbane Locations für die ersten Gehversuche in der Streetfotografie. Stelle dich auf andere Strassenseite (meist auch eine Haltestelle) oder auf den gegenüberliegenden Bahnsteig. Von dir wird niemand gross Notiz nehmen. Warte nun ab, was an der Haltestelle auf der andern Strassenseite passiert. Sei bereit, passende Augenblicke einzufangen ... Nicht nur das Spektakuläre lässt plötzlich Konstellationen zu Geschichten werden! Ein paar weitere Beispiele findest du in meinem SWG-Portfolio "Street". Und wenn es dich packt: Buche doch ein SWG-Coaching zum Einstieg in die Streetfotografie (Raum Luzern / Zug / Zürich).
UHU an der Bushaltestelle - im Minutentakt entstehen neue Situationen und Geschichten ...
